Es ist im Grunde eine typische Klagenfurt-Geschichte…

  • Gotische Glasfenster

    Gotische Glasfenster
    Die Glasmalerei der Stiftskirche ist international bekannt

  • Barocke Südfassade

    Barocke Südfassade
    Gilt als die längste Südfassade Kärntens

  • Arkadenhof

    Arkadenhof
    Schulhof und Musikform

  • Barocker Hochaltar

    Barocker Hochaltar
    Der Altar der Stiftskirche

Vor gut 25 Jahren begann mein Vater, damals noch aktiver Deutsch und Geschichte Lehrer, damit in seinem (und meinem) Heimatort Viktring zahlreiche Kulturprojekte zu organisieren. Viele Menschen, ich inklusive, würden Viktring als Kaff bezeichnen, obwohl es zu den am schnellsten wachsenden Stadtteilen von Klagenfurt zählt. Viel Kultur gibt es dort nicht, es sein den eine ausgezeichnete Ostaria und ein InterSpar zählen zur Hochkultur.

 Aber es gibt in Viktring doch etwas, dass durchaus von beständigem, kulturellen Wert ist: das ehemalige Zisterzienserstift Viktring, heute das örtliche Bundesoberstufen-Gymnasium Viktring. Schon während meiner Schulzeit in besagtem Gymnasium übernahm ich in den Sommerferien (und auch während der Schulzeit) die von meinem Vater schon seit Jahren organisierten Führungen um und durch das ehemalige Kloster. Mein erster und bis jetzt sicherlich schönster Ferienjob: Zwei Mal am Tag führte ich (wie schon viele andere Jugendliche vor mir) Touristen für einen Hungerlohn durch dieses kulturelle Kleinod und erzählte von der spannenden und abwechslungsreichen Geschichte des Gebäudes. Noch heute glaube ich, dass es eine weitere, geschickte Finte meines Vaters war mich nachhaltig für Geschichte zu interessieren. Umgekehrt führte mich aber die untrennbar damit verbundene Beschäftigung mit Religion von ebendieser weg und hin zum atheistischen Denken.

Ausbildung zum Tourismusführer, geschweige denn ein abgeschlossenes Studium, hatten weder ich noch einer meiner Vorgänger, es war einfach eine willkommene Gelegenheit etwas Geld im Kulturbereich zu verdienen und das unter freiem Himmel. Aber genau an diesem Punkt der Geschichte kommt die Stadt Klagenfurt, genauer gesagt das Zuständige Tourismusamt ins Spiel: Mit dem Argument diese Dienstleistung in Zukunft in die Hände (natürlich hoch bezahlter) Touristenführer zu geben, wurden die Stiftsführungen von einem Sommer auf den nächsten abgeschafft. Das Problem war nur, seit damals (2007) sah niemand in Viktring einen dieser Guides und das ehemalige Kloster wird nun nur noch von führerlosen Touristen und natürlich Schülern besucht. Ohne nähere Informationen oder Führung, ganz auf sich und einen lächerlich oberflächlichen Info- Folder gestellt. Ein Sittenbild der blauen Klagenfurter Kulturpolitik, der scheinbar Speck- und Wurstfeste am Neuen Platz wichtiger sind als die Betreuung lokaler Kulturschätze.  Dank privaten Initiativen wie k2020.at kann sich jeder ein Bild davon machen wofür in Klagenfurt Geld ausgegeben wird und wie Prioritäten verteilt werden. Wobei das Land natürlich auch nicht aus der Pflicht zu nehmen ist, beispielsweise listet der ebenfalls auf k2020.at verfügbare Bericht der Kulturförderung 2010 die Summe von 139.000 Euro (2010) in der Kategorie Baukulturelles Erbe unter der unheimlich aufschlussreichen Bezeichnung “Sonstiges” auf. Eine hohe Summe, die es schwer vorstellbar macht, dass es keine Mittel für zwei niedrige Gehälter (zumeist arbeiteten wir zu zweit für die Gesamtsumme von ca. 800 Euro/Sommer, selbstbezahlte Werbung für die Führungen nicht abgezogen) gibt. Aber es geht nicht ums Geld, vielmehr machte die Arbeit Spass und hatte einen gewissen kulturellen Lerneffekt.

Da meiner Meinung nach in Klagenfurt sehr viel Kultur durch Eigeninitiativen entsteht und auch Erfolg hat, überlege ich schon lange, wie man das Stift Viktring in dieser Hinsicht wieder “aktivieren” kann. Dabei war mir natürlich das Projekt pingeb.org von Georg Holzer schon früh aufgefallen und hat mich inspiriert selbst diesbezüglich etwas auf die Beine zu stellen.

Und an diesem Punkt setzt meine Idee ein: Es muss doch im digitalen Zeitalter möglich sein, eine ansprechende Broschüre zu produzieren, die es geschichtlich interessierten Besuchern und Lehrern erlaubt, in die Geschichte des Gebäudes und damit auch in die Geschichte der Stadt Klagenfurt einzutauchen. Eine Orientierungshilfe wäre nötig, die vor Ort anhand von NFC oder QR-Felder auf mobile Devices geladen werden kann, um Geschichte sowie Geschichtln zu vermitteln.

Soweit die Idee. Leider hatte ich aufgrund meines Studiums bis jetzt noch nicht wirklich Zeit dieses Konzept entsprechend weiterzuverfolgen geschweige denn zu benennen. Allerdings konnte ich bereits meinen Vater für historisches Feedback und Anekdoten, meine Mutter für die Übersetzung ins Italienische und meinen Bruder (Übersetzung ins Englische, Fotografie und Designtechnisches) für dieses Projekt begeistern, sodass es zu einer Art Familienangelegenheit geworden ist.

(PS: Und ja, natürlich mache ich das alles nur weil ich auch unbedingt einen Lindwurm Award gewinnen möchte)

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