Es ist normal nicht mein Stil, aber das muss jetzt einmal raus: 

Ich bin es leid, mich über die Unfähigkeit unserer Politik, Probleme zu lösen, aufzuregen. Es werden scheinbar Diskussionen mit billigsten PR-Spielereien (Zaun- Gartenzaun mit Grenztüren – Sicherungsanlage -…) geführt. Und darauf beschränkt sich auch schon die Kommunikation unserer Regierung, die eigentlich (so die Theorie in der repräsentativ-parlamentarischen Demokratie) jene Probleme lösen sollte, die wir einzelne Bürger/Innen nicht lösen können.

Ich bin es leid, mich über die 0-Informationspolitik der Regierung zu wundern. Jener Politik, die es Hetzern und Demagogen erlaubt, auf Facebook ihre eigenen Fakten zu schaffen. Wer oder was hindert die Regierung daran, ihre Bürger so zu informieren wie es engagierte BürgermeisterInnen (z.B. Krumpendorf) tun?

Ich bin es leid, dass man die vielbeschworene Zivilgesellschaft Probleme lösen lässt, für die der Staat zuständig wäre. Wer einmal in einer Flüchtlingsbetreuungeinrichtung mitgeholfen hat (nicht ich, aber meine Mutter), weiß von der chaotischen Informations- und Organisationspolitik zu berichten. Oft verzweifelt dieses Engagement an bürokratischen Minimalhürden.

Ich bin die Menschen leid, die ebenjene Menschen, die vor fanatischen Idioten und deren Terror flüchten, mit diesen gemein machen, anstatt sich mit ihnen emotional zu solidarisieren und ihre Lage nach #paris besser zu verstehen.

Ich bin es leid zu hören, es ist kein Geld für diese Hilfe und jenes Sozial-/ Bildungsprogramm vorhanden, weil der Staat sparen muss. In Zeiten, in denen Apple, Google, Facebook und diverse Banken Milliardengewinne in Europa erwirtschaften und Peanuts als Steuern abliefern. Gelder, die dringend in anderen Bereichen notwendig wären.

Ich bin es leid, dass infolgedessen Menschen gegeneinander aufgehetzt und ausgespielt werden. So werden unsere Gesellschaften polarisiert und gespalten.

Ich bin jene Politiker leid, die den Menschen einfache Lösungen versprechen und dabei jeden Einwand abqualifizieren, egal von welcher politischen Seite. Ich bin es leid, dass spätestens in 3 Tagen 3 Stunden wieder nach mehr totaler Überwachung gerufen wird, die das Grauen von Paris auch nicht verhindert hat.

Ich bin es leid, mitzuerleben wie 9 Landeshäuptlinge vollkommen entgegen besserem Wissen und Gewissen Geld verbrennen und nötige Reformen verhindern können, nur um ihre Insel der parteipolitischen (Verteilungs-)Macht im globalen Ozean verteidigen zu können.

Ich bin es leid, dass religiöse Fanatiker unsere Gesellschaften in Geiselhaft nehmen und jegliche Zivilisation ablehnen können und unsere Politik, nach all den Phrasen, als einzige Lösung nach mehr Überwachung schreit. Es fällt mir zuweilen schwer ihren Rufen nicht zu folgen. Obwohl ich weiss, es ist falsch…